Szenariorahmen 2021-2035

Der Szenariorahmen 2021-2035 bildet die wahr­schein­liche Entwicklung des Strom­sektors bis zu den Jahren 2035 und 2040 ab. Er enthält insgesamt vier Szenarien. Drei davon behandeln einen Zeithorizont von 10-15 Jahren bis 2035 und ein viertes geht von 15-20 Jahren bis 2040 aus.

Der Fokus wird in diesem Durch­gang vor allem auf den Kohle­ausstieg gelegt. Die Szenarien orientieren sich an den aktuell geltenden gesetz­lichen Rahmen­bedingungen und den energie­politischen Zielen der Bundes­regierung. Dazu gehören die Ausbau­ziele für erneuer­bare Energien des Bundes-Klimaschutz­gesetzes und die Kohlen­stoff­dioxid-Reduktions­ziele des Klima­schutz­programmes 2030. In allen Szenarien werden zudem die Ziele der Bundes­regierung erreicht, die Treibhaus­gas­emissionen gemäß des Klima­schutz­planes 2050 zu reduzieren.

In zwei Szenarien des aktuellen Dokuments wird davon ausgegangen, dass der Kohle­ausstieg nicht wie be­schlossen bis zum Jahr 2038 statt­findet, sondern schon bis 2035. Damit schließt man den Einfluss der Kohle­verstromung auf den Netz­aus­bau­bedarf aus. Diese Annahme stellt sicher, dass das Über­tragungs­netz den Kohle­ausstieg bewältigen kann.

Die zugrunde­gelegte Sektoren­kopplung verbindet die Bereiche Strom, Mobilität, Wärme und Gas sowie industrielle Anwendungen (zum Beispiel in der Chemie oder der Stahl­erzeugung). Damit soll einer möglichst weit­gehenden Dekar­bo­nisierung im Jahr 2050 Rechnung getragen werden. Dafür verdrängen die erneuerbaren Energien über den Strom­sektor hinaus die fossilen Energie­träger auch in anderen CO2-pro­du­zierenden Bereichen. Dies geschieht unter verschiedenen An­nahmen. Darunter fallen etwa die Höhe der konven­tionellen Strom­anwendungen, der Grad der E-Mobilität, die Zahl der Wärme­pumpen in Privat­haushalten oder von Power-to-Gas-Anlagen. Die Vor­gabe der Bundes­regierung, bis zum Jahr 2030 bis zu fünf Gigawatt und spätestens bis 2040 weitere fünf Gigawatt Elektrolyse­kapazitäten aufzubauen, wurde ebenfalls berücksichtigt.

Weiterhin enthält der Szenario­rahmen verschiedene Ausprägungen einer Netz­orientierung. Darunter fallen einerseits netzorientierte Regionalisierungen von Er­zeugungs­anlagen oder Verbrauchern wie etwa Onshore-Wind­energie­anlagen oder PV-Anlagen. Andererseits wird darunter deren netz­orientiertes Einsatz­verhalten wie das Lade­verhalten von E-Autos oder das Einsatz­verhalten von Wärme­pumpen in Privat­haushalten verstanden.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Die Netzbetreiber hatten ihren Entwurf des Szenario­rahmens am 10. Januar 2020 vorgelegt. Die Öffentlichkeit konnte daraufhin vom 17. Januar bis zum 14. Februar 2020 dazu Stellung nehmen. Zudem gab es zwei Dialog-Veran­stal­tungen der Bundes­netz­agentur am 5. Februar 2020 in Berlin und am 6. Februar 2020 in Nürnberg.

Zeitleiste

10. Januar 2020

Die Übertragungsnetzbetreiber legen der Bundes­netz­agentur ihren Entwurf des Szenariorahmens 2021-2035 vor.

17. Januar – 14. Februar 2020

Die Bundesnetzagentur veröffentlicht den Entwurf des Szenariorahmens und konsultiert die Öffentlichkeit.

5. und 6. Februar 2020

Bei Dialogveranstaltungen in Berlin und Nürnberg wird der Entwurf öffentlich diskutiert.

26. Juni 2020

Die Bundesnetzagentur genehmigt nach Auswertung der Konsultationsergebnisse den siebten Szenariorahmen.

Stand: 26.06.2020