Tun­nel­an­la­gen

Die Verlegung von Höchstspannungskabeln in Tunneln stellt eine weitere Möglichkeit der Stromübertragung dar. Sie bietet den Vorteil, dass sowohl das Kabel als auch die Muffen vor mechanischen Beschädigungen geschützt sind. Die Leistungsfähigkeit der Kabel lässt sich zudem steigern, wenn zur Kühlung der Kabel Luft durch den Tunnel geblasen wird. Große, begehbare Tunnelanlagen ermöglichen außerdem, dass das gesamte Kabelsystem für Reparatur- und Wartungsarbeiten jederzeit zugänglich ist.

Der Nachteil einer Tunnelanlage im Allgemeinen sind jedoch die hohen Investitionskosten. Daher werden Tunnellösungen bisher ausschließlich in städtischem Gebiet angewendet. Hier ist eine Verlegung in klassischer Tiefbauweise nahezu unmöglich. Der Tunnelbau erfolgt entweder in offener oder geschlossener Bauweise.

Bei der offenen Bauweise wird der Tunnel in einen vorher geöffneten Graben eingebaut. Dabei kommen entweder Fertigteile zum Einsatz oder der Tunnel wird Vorort hergestellt.

Bei der geschlossenen Bauweise wird der Tunnel im klassischen bergmännischen Vortrieb errichtet. Der Vortrieb erfolgt dabei durch Sprengarbeiten beziehungsweise durch den Einsatz von Tunnelbohrmaschinen.

Der sogenannte Infrastrukturkanal besitzt eine Weite von ca. 2 x 2 m und könnte damit maximal zwei Wechselstrom-Kabelsysteme aufnehmen. Die Baugeschwindigkeit liegt zudem bei etwa 15 m pro Tag, was den Tunnel für längere Strecken ungeeignet macht.