Ko­ro­na­ef­fekt

An der Oberfläche von Höchstspannungs-Freileitungen werden starke elektrische Felder erzeugt. Diese hohen elektrischen Feldstärken verursachen partielle Durchschläge in der Luft (sogenannte Koronaentladungen), die bei Wechselstrom insbesondere bei hoher Luftfeuchtigkeit oder Regen auftreten können. Bei diesem Vorgang bilden sich Luftionen in einer Korona wenige Zentimeter um die stromführenden Leiterseile herum.

Man spricht dabei auch von den sogenannten ionisierten Raumladungswolken. Diese Raumladungswolken können mit dem Wind seitlich von der Trasse mehrere Meter weggetragen werden. Dieser Effekt ist bei Wechselstromleitungen geringer ausgeprägt als bei Gleichstromleitungen, weil die ständige Ladungsumkehr beim Wechselstrom die Aufladung zum Teil neutralisiert.

Durch chemische Prozesse können im Bereich der Korona zudem Luftschadstoffe entstehen (zum Beispiel Ozon und Stickoxide), die sich jedoch rasch auflösen und dadurch in der Regel keine große Reichweite haben.

Eine Hypothese über eine Erhöhung der Konzentration von Schadstoffpartikeln in der Nähe von Hoch- und Höchstspannungs-Freileitungstrassen durch solche Aufladungseffekte konnte in unabhängigen Studien bisher nicht nachgewiesen werden. Das gleiche trifft für nachfolgende gesundheitliche Auswirkungen durch erhöhte Schadstoffablagerung in der Lunge des Menschen (sogenannte Bristol-Studie) zu.