Familie im Park. Foto: Wavebreak Media Ltd ©123RF.com

Menschen, einschließlich der menschlichen Gesundheit

Unter dem Schutzgut Menschen, einschließlich der menschlichen Gesundheit werden Faktoren in den Umweltprüfungen berücksichtigt, die das Leben, die Gesundheit und/oder das Wohlbefinden des Menschen beeinflussen können.

Bei der Betrachtung des Schutzgutes Menschen, einschließlich der menschlichen Gesundheit stehen vor allem mögliche betriebsbedingte Auswirkungen durch magnetische, elektrische und elektromagnetische Felder (EMF), sogenannte Koronaeffekte und Lärm im Fokus der öffentlichen Diskussion.

Aber auch der Bau und die Anlage von Höchstspannungsleitungen können je nach technischer Ausführung (Freileitung oder Erdkabel) weitere Auswirkungen auf das Schutzgut Mensch haben:

Stand: 08.06.2016

Baubedingte Auswirkungen von Höchstspannungsleitungen

In der Bauphase von Höchstspannungs-Freileitungen kommt es zu erhöhten Schall-, Abgas-und Staubemissionen sowie zu Erschütterungen insbesondere durch den Verkehr von Baustellenfahrzeugen, den Betrieb von Baumaschinen und durch Gründungsarbeiten. Hierdurch wird die Wohn-und Erholungsqualität im Umfeld der jeweiligen Bauabschnitte beeinträchtigt. Vor allem bei Tiefbauarbeiten (Erdaushub und Bodenzwischenlagerung) kann es bei Trockenheit zu Winderosion und Staubverdriftung kommen. Zudem werden für den Bau von Höchstspannungsfreileitungen während der Bauphase Flächen in Anspruch genommen, beispielsweise für Tiefbaumaßnahmen, Baustelleneinrichtung und Schaffung von Zufahrten und Lagerplätzen. Hierdurch wird die Flächennutzung vorübergehend verändert.

In der Bauphase ist aufgrund der für Erdkabel umfangreichen Tiefbauarbeiten (Erdaushub und Bodenlagerung) im Vergleich zu Freileitungen mit stärkeren Emissionen und mit einem größeren Flächenverbrauch zu rechnen. Dies ist sowohl auf die vermehrten Fahrzeugbewegungen als auch auf die größeren Angriffsflächen für Winderosion und Staubverdriftung zurück zu führen. Außerdem können aufgrund der linienhaften Form der Baustelle vorübergehend Trenn-und Barrierewirkungen entstehen und die Erreichbarkeit von Siedlungen oder Erholungsmöglichkeiten während der Bauphase kurzzeitig beeinträchtigt werden.

Anlagebedingte Auswirkungen von Höchstspannungsleitungen

Eine dauerhafte Flächeninanspruchnahme erfolgt durch die Anlage der Höchstspannungs-Freileitungen. Dies beinhaltet neben den oberirdischen Bauwerken (Masten und Nebenanlagen) und dem Trassenbereich samt Schutzstreifen auch die Sicherung von Fahrwegen für notwendige Wartungsarbeiten. Im Trassenbereich und Schutzstreifen sind viele Nutzungen (beispielsweise durch die Landwirtschaft) weiterhin nahezu ohne Einschränkungen möglich. Im Bereich der Mastfüße und der Bauwerke für Nebenanlagen werden Flächen dagegen dauerhaft ihrer bisherigen Nutzung entzogen. Insbesondere die Masten und die Schneisen können weithin sichtbar sein und abhängig von der Verletzlichkeit und Vorbelastung der Landschaft deren Erholungswert negativ beeinflussen.

Die Wirkung Erdkabel auf den Menschen ist im Vergleich zur Freileitung deutlich verringert. Die Sichtbarkeit beschränkt sich auf einen, je nach Vegetation, sichtbaren Schutzstreifen und die in regelmäßigen Abständen (maximal 1 km) auftretenden Muffenbauwerke. Aufgrund der Schutzstreifenbreite betreffen die dauerhaften Eingriffe in die Nutzbarkeit geringere Flächen als bei Freileitungen. Die Nutzungseinschränkung schließen vor allem Bewuchs und Tiefbaumaßnahmen ein und sind insofern von anderer Qualität als bei Freileitungen.