Familie im Park. Foto: Wavebreak Media Ltd ©123RF.com

Lärmemissionen und -immissionen

Wechsel- und Gleichstrom-Freileitungen können Geräusche erzeugen. Diese können in der Regel durch eine entsprechende Konstruktion der Leitung minimiert werden. Die Art, Dauer und Intensität der Geräusche hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise dem Betrieb (nicht jede Leitung ist durchgehend in Betrieb und der Stromfluss der Leitung schwankt im Tagesverlauf, abhängig vom Bedarf), den Wetterverhältnissen und der Umgebung (Schallausbreitung).

An den Leiterseilen von Freileitungen können in Abhängigkeit von der Luftfeuchtigkeit durch Ionisierung von Luftmolekülen sogenannte Korona-Geräusche (Knistern, Surren und Brummen) auftreten. Besonders feuchte Witterungsbedingungen wie Nebel oder Raureif verstärken diese Emission bei Wechselstromleitungen. So können bei Trockenheit die Geräuschemissionspegel beispielsweise 10-20 db(A) unterhalb derer bei Niederschlag liegen. Bei Gleichstrom-Freileitungen sind die Schallemissionen durch Korona-Entladungen insgesamt geringer als bei Wechselstrom-Freileitungen. Im Gegensatz zu Wechselstromleitungen treten Geräusche eher bei trockenen Witterungen auf. Hier können feuchte Witterungsbedingungen sogar zu einer Reduzierung der Geräuschemissionen führen.

Vor der Genehmigung von Stromleitungen ist der Nachweis zu erbringen, dass die festgelegten Immissionsrichtwerte der Sechsten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm - TA Lärm) eingehalten werden. Die Immissionsrichtwerte sind wie folgt festgelegt:

in Kerngebieten, Dorfgebieten und Mischgebieten

tags     60 dB(A)       nachts      45 dB(A)

in allgemeinen Wohngebieten und Kleinsiedlungsgebietentags     55 dB(A)       nachts      40 dB(A)

in reinen Wohngebieten

tags     50 dB(A)       nachts      35 dB(A)

Einzelne kurzzeitige Geräuschspitzen dürfen die Immissionsrichtwerte am Tage um nicht mehr als 30 db(A) und in der Nacht um nicht mehr als 20 db(A) überschreiten (vergleich TA Lärm 1998).

Stand: 08.06.2016