blauer Himmel mit weißen Wolken. Foto: Bundesnetzagentur

Luft und Klima

Luft ist ein die Erde umgebendes Gasgemisch, das den Luftraum bildet und dessen Zustand vielfältige Einflüsse auf die gesamte Umwelt hat. In ihr werden Wettergeschehen und klimatische Veränderungen wirksam. Unter Klima versteht man die Gesamtheit aller an einem Ort möglichen Wetterzustände einschließlich ihrer typischen Aufeinanderfolge sowie ihrer tages- und jahreszeitlichen Schwankungen.

Großklimatische Vorgänge sind in der Regel im Rahmen der Umwelt­prüfungen nicht zu unter­suchen. Im Fokus der folgenden Aus­führungen stehen die ört­lichen oder regionalen Aus­prägungen des Klimas, meistens bezogen auf die Verhält­nisse der boden­nahen Luft­schicht. Darüber hinaus wird aber auch auf die Aus­wirkungen durch emissions­bedingte Luft­verschmutzungen eingegangen.

Im Folgenden werden speziell die Auswirkungen einer Höchst­spannungs­leitung auf das Schutzgut Luft und Klima differenziert nach technischer Ausführung (Freileitung, Erdkabel und Seekabel) für den Bau, die Anlage und den Betrieb betrachtet:

Stand: 28.09.2020

Baubedingte Auswirkungen

Freileitungen

Das Schutzgut Luft und Klima werden während der Bau­phase von Freileitungen kurz­zeitig und klein­räumig durch Abgas­emissionen von Baustellenfahrzeugen und Baumaschinen sowie durch Staubemissionen belastet.

Erdkabel

Das Schutzgut Luft und Klima wird während der Verlegung von Erdkabeln kurzzeitig und klein­räumig durch Abgas­emissionen von Bau­stellen­fahrzeugen und Bau­maschinen sowie durch Staub­emissionen belastet. Vor allem bei der Erd­kabel­verlegung kann es aufgrund der umfang­reichen Tief­bau­arbeiten (Erd­aushub) bei lange anhaltender Trocken­heit kurz­zeitig und klein­räumig zu Staub­verdriftung und Winderosion (Deflation) kommen.

Seekabel

Das Schutzgut Luft und Klima wird während der Bauphase der Verlegung von Seekabeln kurzzeitig und kleinräumig durch Abgasemissionen der Verlegefahrzeuge und Baumaschinen (zum Beispiel im Eulitoral) belastet.

Anlagebedingte Auswirkungen

Freileitungen

Durch die Anlage von Freileitungstrassen sind Veränderungen der Ober­flächen­beschaffen­heit bzw. des pflanz­lichen Bewuchses zu erwarten, die Veränderungen der mikro­klimatischen Verhältnisse in der boden­nahen Luft­schicht bedingen. Bei hang­wärts verlaufenden Wald­schneisen können z. B. Kalt­luft­abflüsse die Folge sein. Auch der an Schneisen angrenzende Wald kann durch erhöhte Sonnen- und Wind­ein­wirkungen beeinträchtigt werden.

Erdkabel

Bei der Schaffung von Gehölz­schneisen für die Anlage von Erdkabel­trassen sind mikro­klimatische Veränderungen zu erwarten. Bei hangwärts verlaufenden Wald­schneisen können etwa erhöhte Kaltluft­abflüsse die Folge sein. Gegebenen­falls wird das Wald­innen­klima durch erhöhte Sonnen- und Wind­ein­wirkungen in der Schneise beein­trächtigt.

Betriebsbedingte Auswirkungen

Freileitungen

Während des Betriebs von Freileitungen entstehen insbesondere bei feuchten Witterungs­bedingungen Koronaentladungen, wobei Luft­moleküle stoß­weise ionisiert werden. Die Aus­wirkungen auf das Schutz­gut Luft und Klima werden aufgrund der geringen räum­lichen Aus­dehnung und vergleichs­weise niedrigen nach­gewiesenen Mengen von Ozon und Stick­oxiden als gering eingeschätzt.

Quellennachweis

Quellennachweis für die hier zum Schutzgut Luft und Klima gemachten Ausführungen

Gassner, E., Winkel­brandt, A., Bernotat, D. (2010): UVP und Strategische Umwelt­prüfung – Recht­liche und fach­liche Anleitung für die Umwelt­prüfung. 5. Auflage. C. F. Müller Verlag. Heidel­berg. Seite 142 f.

Fach­stellung­nahme im Auftrag der Bundes­netz­agentur (2012):