blauer Himmel mit weißen Wolken. Foto: Bundesnetzagentur

Luft und Klima

Luft ist ein die Erde umgebendes Gasgemisch, das den Luftraum bildet und dessen Zustand vielfältige Einflüsse auf die gesamte Umwelt hat. In ihr werden Wettergeschehen und klimatische Veränderungen wirksam. Unter Klima versteht man die Gesamtheit aller an einem Ort möglichen Wetterzustände einschließlich ihrer typischen Aufeinanderfolge sowie ihrer tages- und jahreszeitlichen Schwankungen.

Die Bundesregierung hat in ihrem Energiekonzept zur Energiewende die Abschaltung der Atomkraftwerke und den Ausbau klimaschonender erneuerbarer Energien beschlossen. Der Ausbau des Stromnetzes ist dabei eine der wichtigsten Voraussetzungen für das rasche Gelingen der Energiewende.
Bei der Genehmigung von Höchstspannungsleitungen ist im Rahmen der Umweltprüfung auch das Schutzgut Klima und Luft zu betrachten. Hierbei wird man sich damit auseinandersetzen, ob die Trassen Auswirkungen auf das lokale Klima und die Lufthygiene haben.

Grundsätzlich sind auch hier bau-, anlagen- und betriebsbedingte Auswirkungen auf das Mikroklima, das sich in den bodennahen Luftschichten ausbildet und unter anderem für die Ausprägung der jeweiligen Flora und Fauna bedeutsam ist, zu betrachten. Das Mikroklima hängt stark von der Oberflächenbeschaffenheit, deren Rauigkeit und thermischen Eigenschaften ab. Durch die Anlage von Stromtrassen können je nach Geländeform oder Pflanzenbewuchs auf engem Raum Unterschiede der Temperatur oder der Windgeschwindigkeit entstehen.

Stand: 08.06.2016

Baubedingte Auswirkungen von Höchstspannungsleitungen

Die Schutzgüter Luft und Klima werden während der Bauphase von Freileitungen kurzzeitig und kleinräumig durch Abgasemissionen von Baustellenfahrzeugen und Baumaschinen sowie durch Staubemissionen belastet.

Vor allem bei der Erdkabelverlegung kann es zusätzlich aufgrund der umfangreichen Tiefbauarbeiten (Erdaushub) bei lang anhaltender Trockenheit kurzzeitig und kleinräumig zu Staubverdriftung und Winderosion kommen.

Anlagebedingte Auswirkungen von Höchstspannungsleitungen

Durch die Anlage von Freileitungstrassen sind Veränderungen der Oberflächenbeschaffenheit bzw. des pflanzlichen Bewuchses zu erwarten, die Veränderungen der mikroklimatischen Verhältnisse in der bodennahen Luftschicht bedingen. Bei hangwärts verlaufenden Waldschneisen können zum Beispiel Kaltluftabflüsse die Folge sein. Auch der an Schneisen angrenzende Wald kann durch erhöhte Sonnen- und Windeinwirkungen beeinträchtigt werden.

Bei der Schaffung von Gehölzschneisen für die Anlage von Erdkabeltrassen sind mikroklimatische Veränderungen zu erwarten. Bei hangwärts verlaufenden Waldschneisen können etwa erhöhte Kaltluftabflüsse die Folge sein. Gegegbenenfalls wird das Waldinnenklima durch erhöhte Sonnen- und Windeinwirkungen in der Schneise beeinträchtigt.

Betriebsbedingte Auswirkungen von Höchstspannungsleitungen

Während des Betriebs von Freileitungen entstehen insbesondere bei feuchten Witterungsbedingungen Koronaentladungen, wobei Luftmoleküle stoßweise ionisiert werden. Angaben über die Reichweite möglicher Verdriftung ionisierter Aerosole differieren zwischen wenigen Metern und mehreren Kilometern. Die Auswirkungen auf das Schutzgut Luft und Klima werden aufgrund der geringen räumlichen Ausdehnung und vergleichsweise niedrigen nachgewiesenen Mengen von Ozon und Stickoxiden als gering eingeschätzt.

Beim Betrieb von gasisolierten Leitungen (GIL) ist zu beachten, dass Schwefelhexafluorid als Bestandteil des Isoliergasgemischs als stark klimaschädliches Treibhausgas eingestuft ist, das in der Atmosphäre eine Verweilzeit von über 1.000 Jahren hat. Daher ist Leckage unbedingt zu vermeiden.