Brücke über einem Fluss. Foto:  nutthabird6 ©123RF.com

Kultur- und sonstige Sachgüter

Das Schutzgut Kultur- und sonstige Sachgüter umfasst Zeugnisse menschlichen Handelns, die ideeller, geistiger und materieller Natur sein können und für die Geschichte des Menschen bedeutsam sind oder waren.

Kulturgüter umfassen unter anderem die folgenden Gruppierungen:

  • Baudenkmäler und schutzwürdige Bauwerke (zum Beispiel Kirchen, Kapellen, Schlösser oder Gutshöfe)
  • Archäologische Fundstellen (zum Beispiel Hügelgräber, Landwehre oder frühzeit-geschichtliche Siedlungsflächen)
  • Stätten historischer Landnutzungsformen (zum Beispiel Streu- und Streuobstwiesen, Torfstiche oder Weinbergterrassen)
  • Kulturell bedeutsame Stadt- und Ortsbilder (zum Beispiel spezifische Ortsformen, Plätze, Altstädte, Silhouetten, Bauweisen oder Alleen)

Die Sachgüter im eigentlichen Sinne beinhalten darüber hinaus gesellschaftliche Werte, die beispielsweise eine besondere funktionale Bedeutung hatten oder noch haben. Sie sind schwerer eingrenzbar und umfassen unter anderem:

  • Gebäude und Bausubstanz
  • Infrastruktureinrichtungen und Anlagen (beispielweise historische Fördertürme im Ruhrgebiet)

Denkmäler können oberirdisch sichtbar sein (zum Beispiel Bau- oder Gartendenkmale). Sie können aber auch zum Teil nur unterirdisch vorhanden sein. Diese unterirdischen Bodendenkmäler können ganze Ensembles bilden, wie ehemalige Festungen, Siedlungen, Gräberfelder, Klöster oder Produktionsstätten.
Hierbei ist anzumerken, dass bei den oben genannten Beispielen auch Überschneidungen mit anderen Schutzgütern möglich sind, wie zum Beispiel mit dem Schutzgut Landschaft oder Boden, insbesondere hinsichtlich möglicher Auswirkungen durch den Stromnetzausbau. So können beispielsweise unterirdische Bodendenkmäler durch den Bau, die Anlage und den Betrieb von Freileitungen oder Erdverkabelungen beeinträchtigt oder sogar zerstört werden.

Stand: 08.06.2016

Baubedingte Auswirkungen von Höchstspannungsleitungen

Durch die Arbeiten an Freileitungstrassen in der Bauphase können Boden-, Kultur- und Baudenkmäler sowie archäologische Fundstellen gefährdet sein. Solche Verluste sind unwiederbringlich. Die Bauarbeiten umfassen unter anderem Aushub und Umlagerung von Boden, Baugrubenwasserhaltung und Drainagen.

Zudem kann die Rekultivierung von Flächen, auf denen abgelagerter Boden zu Verdichtung geführt hat, Auswirkungen auf das Schutzgut haben. Durch die Bauarbeiten kann das Bodengefüge gestört werden und es können Fremdstoffe in den Boden gelangen. Diese Auswirkungen können auch beim Bau von Umspannwerken oder anderen Nebenanlagen erfolgen.

Bei Erdkabeln ist ein wesentlich größeres Risiko für die Zerstörung und den Verlust von Boden-, Kultur- und Baudenkmälern gegeben. Dies ist einerseits auf die linienhafte Form der Baustellen, andererseits auf die wesentlich umfangreicheren Tiefbaumaßnahmen als bei Freileitungen zurückzuführen.

Anlagebedingte Auswirkungen von Höchstspannungsleitungen

Durch die Anlage der Freileitungen kann es in der Nähe von Kulturgütern zu visuellen Beeinträchtigungen kommen. Der visuelle Wirkraum von Freileistungsmasten hängt von der Höhe, Exposition sowie der Umgebung ab. Dies kann ein Kulturdenkmal in seiner Raumwirkung, vor allem im Nahbereich, beeinflussen. Zudem können Nebenanlagen (unter anderem auch von Erdkabeln) im Nahbereich eine wesentliche visuelle Beeinträchtigung darstellen.

Betriebsbedingte Auswirkungen von Höchstspannungsleitungen

Betriebsbedingte Auswirkungen von Höchstspannungsleitungen auf Kultur- und sonstige Sachgüter sind vernachlässigbar bzw. durch andere Schutzgüter (zum Beispiel Landschaft und Boden) bereits abgedeckt.